
Wie erzieht man einen misshandelten Hund? Das erfordert Geduld, Verständnis und eine sanfte Vorgehensweise. Hier ist ein umfassender Leitfaden:
I. Schaffen Sie eine sichere und komfortable Umgebung
Physischer Raum:
Richten Sie einen ruhigen, warmen und gemütlichen Bereich für den Hund ein. Das kann eine Zimmerecke mit einem weichen Bett, Decken und einigen Spielsachen sein. Stellen Sie sicher, dass dieser Bereich vor Zugluft und übermäßigem Lärm geschützt ist. Wenn Sie zum Beispiel ein großes Haus haben, kann ein kleines zusätzliches Schlafzimmer oder eine abgelegene Ecke des Wohnzimmers mit einer Trennwand ein idealer Ort sein.
Machen Sie den Hund vertraut:
Lassen Sie den Hund diesen Bereich in seinem eigenen Tempo erkunden. Zwingen Sie ihn nicht, herauszukommen oder zu interagieren. Lassen Sie die Tür zu diesem Bereich offen, damit er sich zurückziehen kann, wenn er sich bedroht fühlt. Sie können einige seiner Lieblingsleckerlis oder ein Stück Ihrer Kleidung mit Ihrem Duft in der Nähe des Bettes platzieren, damit er sich sicherer fühlt.
II. Vertrauen aufbauen
Sanfte Interaktion:
Beginnen Sie damit, sich in die Nähe des Hundes zu setzen und mit sanfter, beruhigender Stimme zu sprechen. Vermeiden Sie plötzliche Bewegungen oder laute Geräusche. Lassen Sie den Hund sich an Ihre Anwesenheit gewöhnen. Sie können ein paar Leckerlis in seine Richtung werfen. Kleine Stücke von gekochtem Hühnerfleisch oder Käse zum Beispiel werden in der Regel gut angenommen.
Grenzen respektieren:
Achten Sie auf die Körpersprache des Hundes. Wenn er sich duckt, knurrt oder Anzeichen von Angst zeigt, wie z. B. den Schwanz einziehen, ziehen Sie sich sofort zurück. Das zeigt dem Hund, dass Sie seine Gefühle und Grenzen respektieren.
Schaffen Sie eine Routine:
Hunde fühlen sich sicherer, wenn sie eine vorhersehbare Routine haben. Füttern Sie ihn jeden Tag zur gleichen Zeit, gehen Sie regelmäßig mit ihm spazieren und legen Sie ihn vor dem Schlafengehen ins Bett. Durch diese Beständigkeit lernt der Hund, dass er darauf vertrauen kann, dass Sie sich um seine Grundbedürfnisse kümmern.
III. Grundlegendes Gehorsamstraining
Verwenden Sie positive Bestärkung:
Bestrafen Sie den Hund nicht für Fehler, sondern belohnen Sie gutes Verhalten. Wenn Sie dem Hund zum Beispiel beibringen, auf Zuruf zu kommen, sagen Sie in einem fröhlichen Tonfall seinen Namen, gefolgt von "Komm". Wenn er zu Ihnen kommt, loben Sie ihn ausgiebig und geben Sie ihm ein Leckerli. -
Beginnen Sie mit einfachen Befehlen:
Beginnen Sie mit Grundkommandos wie "Sitz" und "Bleib". Verwenden Sie neben den verbalen Kommandos auch Handzeichen. Um "Sitz" zu lehren, halten Sie ein Leckerli in die Nähe der Hundenase und bewegen Sie es langsam über den Kopf des Hundes nach oben und zurück. Wenn der Kopf des Hundes nach oben geht, um dem Leckerli zu folgen, senkt sich sein Po normalerweise in eine Sitzposition. Sobald er sitzt, sagen Sie "Sitz" und geben ihm das Leckerli.
Halten Sie die Trainingseinheiten kurz:
Misshandelte Hunde können leicht überfordert werden. Beschränken Sie die Trainingseinheiten auf 5 bis 10 Minuten, mehrmals am Tag. Auf diese Weise kann der Hund lernen, ohne gestresst zu werden.
IV. Sozialisierung
Vertrauten Menschen vorstellen:
Beginnen Sie damit, den Hund mit Menschen zu sozialisieren, die er bereits kennt und denen er vertraut, z. B. mit Familienmitgliedern. Bieten Sie ihnen Leckerlis und sanfte Streicheleinheiten an. Lassen Sie den Hund von sich aus auf sie zugehen.
Allmähliches Herantasten an neue Menschen und Situationen:
Sobald sich der Hund an vertraute Gesichter gewöhnt hat, sollten Sie ihn schrittweise an neue Menschen heranführen. Bitten Sie Besucher, sich langsam zu nähern und den Hund zuerst an ihnen schnuppern zu lassen. Nehmen Sie ihn in neuen Situationen, wie z. B. in einem Park, zunächst in den Randzeiten mit und lassen Sie ihn in seinem eigenen Tempo erkunden.
Anderen Tieren aussetzen:
Wenn Sie andere Haustiere zu Hause haben, führen Sie sie langsam und unter Aufsicht ein. Lassen Sie den Hund und das andere Haustier einander zunächst durch ein Babygitter oder eine Kiste beschnuppern. Erlauben Sie dann nach und nach kurze Begegnungen von Angesicht zu Angesicht und achten Sie auf Anzeichen von Aggression oder Angst.
V. Verhaltensprobleme ansprechen
Angst-bezogene Verhaltensweisen:
Wenn der Hund angstbedingte Verhaltensweisen zeigt, wie z. B. sich bei Gewitter oder lauten Geräuschen zusammenkauern oder verstecken, sollten Sie einen sicheren Ort für ihn schaffen. Sie können eine mit einer dicken Decke bedeckte Kiste verwenden, um die Geräusche zu dämpfen und ein Gefühl der Sicherheit zu vermitteln. Bleiben Sie bei Ihrem Hund und sprechen Sie mit ruhiger Stimme, um ihn zu beruhigen.
Aggression:
Wenn der Hund Anzeichen von Aggression zeigt, ist es wichtig, die Ursache zu ermitteln. Die Aggression könnte auf Angst beruhen oder auf dem Schutz von Ressourcen. Wenn es sich um Ressourcenschutz handelt (z. B. Knurren wegen eines Spielzeugs oder Futters), versuchen Sie nicht, den Gegenstand mit Gewalt wegzunehmen. Bringen Sie dem Hund stattdessen bei, den Gegenstand gegen ein höherwertiges Leckerli einzutauschen.
Trennungsangst:
Viele misshandelte Hunde entwickeln Trennungsangst. Beginnen Sie damit, den Hund für kurze Zeit allein zu lassen, und steigern Sie die Zeit allmählich. Sie können ihm ein mit Erdnussbutter gefülltes Kong-Spielzeug oder ein Leckerli verteilendes Puzzlespielzeug geben, um ihn zu beschäftigen, während Sie weg sind. Die Ausbildung eines misshandelten Hundes ist ein langfristiger Prozess, der viel Liebe und Engagement erfordert. Mit Zeit und Geduld können Sie dem Hund helfen, sein früheres Trauma zu überwinden und ein gut angepasstes und glückliches Haustier zu werden.